Entschädigungsfonds

Garantiefonds (Entschädigungsfonds)

Der Verein Verkehrsopferhilfe e.V. wurde im Jahre 1963 von allen Autohaftpflichtversicherern, die dem fr√ľheren HUK-Verband angeh√∂rten, gegr√ľndet: Mit Wirkung vom 1.1.1966 wurde ihm die Stellung des gesetzlichen Entsch√§digungsfonds f√ľr Sch√§den aus Kraftfahrzeugunf√§llen und seit dem 1.1.2003 die Stellung der Entsch√§digungsstelle jeweils mit seiner Zustimmung zugewiesen.

Der Garantiefonds ist eingerichtet worden, um letzte L√ľcken im Pflichtversicherungsgesetz zu schlie√üen und um die Verkehrsopfer vor H√§rten zu bewahren, gegen die sie sich am wenigsten sch√ľtzen k√∂nnen. Er reguliert nach den ¬ß¬ß 12 ff Pflichtversicherungsgesetz u.a. Sch√§den, die durch den Gebrauch eines nicht zu ermittelnden bzw. pflichtwidrig nicht versicherten Kraftfahrzeuges entstanden sind oder mit einem Kraftfahrzeug vors√§tzlich und rechtwidrig herbeigef√ľgt werden. Ferner ist er zust√§ndig im Falle einer Insolvenz eines in Deutschland t√§tigen Autohaftpflichtversicherers. Die gesamten Schadenaufwendungen werden allein von den Autohaftpflichtversicherern getragen: Die √∂ffentliche Hand beteiligt sich nicht. Jeder kann sich an den Verein wenden; man muss kein Mitglied sein. Aus der Zweckbestimmung des Garantiefonds folgt, dass er nicht unterschiedslos alle Sch√§den ersetzen kann.

In den sogenannten "Fahrerfluchtf√§llen" werden, um eine √ľberm√§√üige oder gar missbr√§uchliche Inanspruchnahme des Fonds zu vermeiden, Sachsch√§den an Kraftfahrzeugen nur erstattet, wenn gleichzeitig ein betr√§chtlicher Personenschaden entstanden ist.
Der Gesetzesgeber ist in diesem Zusammenhang mit Recht davon ausgegangen, dass jeder Kraftfahrzeughalter, f√ľr den der Verlust oder die schwere Besch√§digung seines Kraftfahrzeuges zu einer Existenz vernichtenden H√§rte f√ľhren w√ľrde, sich durch den Abschluss einer Vollkaskoversicherung sch√ľtzen kann. Diese ist  bei Vereinbarung einer angemessenen Selbstbeteiligung zu zumutbaren Beitragss√§tzen f√ľr jeden erh√§ltlich.

Wenn die Sachsch√§den erstattet werden k√∂nnen, wird ein Selbstkostenbeitrag in H√∂he von 500 Euro abgezogen. Ein Schmerzensgeld wird in dieser Fallgruppe gezahlt, wenn es wegen der besonderen Schwere der Verletzung zur Vermeidung einer groben Unbilligkeit erforderlich ist. Eine solche liegt nach st√§ndiger Rechtsprechung immer dann vor, wenn die Verletzungen des Gesch√§digten deutlich und drastisch √ľber das hinausgehen, was bei den t√§glichen Unf√§llen im Stra√üenverkehr an Verletzungen auftritt. Das hei√üt, der eingetretene Schaden muss dadurch aus der Masse der Personensch√§den herausragen, dass er f√ľr den Betroffenen eine dauernde und erhebliche Beeintr√§chtigung seiner k√∂rperlichen Funktionen darstellt.

In den anderen beiden Fallgruppen "nicht versichertes Fahrzeug" und "Vorsatz" gelten die Einschränkungen nicht.

Der Verein reguliert die erhobenen Anspr√ľche nicht selbst. Vielmehr schaltet er ein Mitgliedsunternehmen ein, das die Autohaftpflichtversicherung als Erstversicherer beitreibt. L√§sst sich mit dem Gesch√§digten eine Einigung √ľber Grund und/oder H√∂he nicht erreichen oder liegen die berechtigten Anspr√ľche √ľber einem bestimmten Limit, so entscheidet eine beim Verein gebildete Regulierungskommission.

Dieser Service ist f√ľr den Gesch√§digten kostenlos. Antr√§ge k√∂nnen formlos gestellt werden. Es gen√ľgt eine kurze Sachverhaltsdarstellung und die Angabe, welche Sch√§den geltend gemacht werden.